• Slide 02

Ende der Mietpreissteigerungen in Sicht?

Seit Jahren schon ist es das größte Thema in der Immobilienbranche: die stetig steigenden Mietpreise. Auch IMMO ANLEGER hat schon über die Mietpreiserhöhungen berichtet. So sind beispielsweise Studenten oder die Menschen in Potsdam besonders betroffen gewesen. Jetzt lässt das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) die Hoffnung wachsen, dass diese Entwicklung bald ein Ende haben könnte – zumindest in den Metropolen, in denen die Preise in der Vergangenheit förmlich explodierten.

Fünf Jahre in Folge seien die Kaufpreise laut ZIA stärker gestiegen als die Mieten, weshalb die Sorge einer erneuten Immobilienblase weiter wachse. Dieser Trend gelte allerdings nur für einzelne Städte. In Gesamtdeutschland liege die „Kaufpreisübertreibung“ bei nur 16 Prozent, was sich durch die Niedrigzinsen und Nachholeffekte erklären lasse.

Die Suche nach günstigen Preisen

Die boomenden Metropolen sind von dieser geringen Quote allerdings nicht betroffen. In Düsseldorf liege die Preisübertreibung beispielsweise bei 36 Prozent. Frankfurt und Hamburg schaffen es auf 40 Prozent; Köln, Berlin und Stuttgart erreichen 50 Prozent und München führt die Liste der teuren Städte, mit einer Preisübertreibung von 75 Prozent, unangefochten an. Das Gutachten geht so weit, dass die Kaufpreise vor allem in Berlin, München und Hamburg „in keiner sinnvollen Relation mehr zu den Rahmenbedingungen“ stünden.

Genau diese Entwicklung soll in diesen drei Städten jetzt aber laut dem ZIA ein Ende finden. So sehe es danach aus, dass die Menschen auf der Suche nach günstigeren Preisen die Boom-Städte verlassen und in günstigere Städte umziehen.

Der Immobilien-Experte Harald Simons spricht von einem Trendbruch bei den Kaufpreisen. So sei die Prognose, dass die Mieten in den Städten nicht weiter steigen und demnach auch die Immobillienpreise nicht weiter expandieren.

Ende einer Boom-Ära

Sollte sich die Prognose des ZIA bewahrheiten, wäre dies eine überraschende Trendwende. Seit 2010 gingen die Preise für Mietwohnungen in den Ballungsräumen, aber auch kleineren Studentenstädten, stetig nach oben.

Allein im Jahr 2016 sollen die Mieten laut Beratungsinstitut F+B um 1,8 Prozent gestiegen sein – das gelte auch für Bestandsverträge. In München zahlte ein Mieter im vergangenen Jahr durchschnittlich 11,18 Euro pro Quadratmeter. Somit liegt der Preis satte 71 Prozent über dem deutschen Durchschnitt von 6,54.

Noch stärker als die Mietpreise sind die Kaufpreise in den vergangenen Jahren explodiert. Laut des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken haben sich die Kaufpreise der deutschen Wohnungen 2016 im Vergleich zu 2015 um 6,5 (Vorjahr 5,9) Prozent erhöht. Die Preise für gewerbliche Immobilien legten um 6 Prozent zu.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren