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Denkmalgeschützte Immobilien als Kapitalanlage

Denkmalgeschützte Immobilien als Kapitalanlage

Denkmalgeschützte Häuser können in mehrfacher Hinsicht attraktiv sein. Ein historisch wertvolles Gebäude strahlt ein besonderes Flair aus, das Neubauten oft vermissen lassen. Aber auch als Kapitalanlage können Gebäude unter Denkmalschutz interessant sein, wenn die Rahmenbedingungen einer solchen Investition beachtet werden.

Die Denkmalschutzbehörde

Wer ein älteres Gebäude kaufen möchte, kann beim Amt für Denkmalschutz erfragen, ob das Objekt unter Denkmalschutz steht. Zur ersten Orientierung hilft bereits ein Blick ins Internet weiter, bei den Landesämtern für Denkmalschutz lassen sich dort in der Regel alle Gebäude finden, die unter Denkmalschutz stehen.

Wer gezielt nach einer denkmalgeschützten Immobilie sucht, findet auf den Seiten der Ämter für Denkmalschutz erste Informationen über entsprechende Gebäude, die zum Verkauf stehen.

Vor dem Kauf einer Immobilie, die unter Denkmalschutz stehen könnte, sollte in jedem Fall Kontakt zum zuständigen Denkmalamt aufgenommen werden. Nur so können Sie verlässlich in Erfahrung bringen, welche Kosten beim Erwerb des gewünschten Objektes auf Sie zukommen.

Vor dem Kauf

Um kostspielige Überraschungen zu vermeiden, müssen vor dem Kauf einer denkmalgeschützten Immobilie sämtliche Kosten berechnet werden, die bei der Sanierung allein aufgrund der Vorgaben des Amtes für Denkmalschutz entstehen werden. Die Mitarbeiter des Amtes können Ihnen genau sagen, was Sie als Besitzer an dem Gebäude wie verändern dürfen. Dies kann fast alle Arbeiten in und an der Immobilie betreffen, von der Erneuerung der Elektroinstallation bis hin zur Farbe des Außenanstrichs.

Allerdings zeigt die Erfahrung, dass die Ämter für Denkmalschutz durchaus kompromissbereit sind, etwa wenn es darum geht, Gewerberäume in Wohnraum umzugestalten. Erst wenn Sie in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt alle geplanten Baumaßnahmen möglichst genau abgeklärt haben, können Chancen und Risiken des Vorhabens verlässlich abgewogen werden.

Denkmalschutz bedeutet nicht, die Immobilie so herzurichten, wie sie ursprünglich einmal ausgesehen hat. Bestandsschutz meint den Bauzustand, in dem sich das Haus befand, als es zum Denkmal erklärt wurde.

Sachverständige und Architekten

Neben den zuständigen Ämtern und Behörden unterstützen erfahrene Architekten und andere Spezialisten für Denkmalschutz den Käufer eines Baudenkmals. Sie kennen die langfristigen Folgekosten, die ein altes Gebäude nach sich zieht. So erfordert die Fassade eines Fachwerkhauses über die Jahre einen höheren Pflegeaufwand als die eines modernen Gebäudes.

Auch bei der Frage der Wärmedämmung ist die Hilfe eines Fachmannes unerlässlich. Häufig dürfen denkmalgeschützte Gebäude nicht von Außen gedämmt werden, um die historisch wertvolle Außenansicht nicht zu zerstören. Eine Innendämmung muss fachgerecht ausgeführt werden, um Bauschäden durch Feuchtigkeit und Schimmel zu vermeiden.

Viele Architekten, die sich auf denkmalgeschützte Immobilien spezialisiert haben, arbeiten mit Firmen zusammen, die über das notwendige Know-how verfügen.

Finanzielle Anreize

Um Investoren für den Erhalt von Baudenkmälern zu gewinnen, bietet der Staat einige finanzielle Vergünstigungen an. Die Modernisierungskosten für ein nicht selbstgenutztes Baudenkmal können über 12 Jahre komplett abgeschreiben werden, mit 9 Prozent in den ersten acht Jahren und 7 Prozent in den letzten vier Jahren.

Wenn die Immobilie unter Denkmalschutz als eigener Wohnraum genutzt wird, wird sie mit 9 Prozent über zehn Jahre abgeschrieben. Auch die Anschaffungskosten können steuerlich geltend gemacht werden, bei Gebäuden bis Baujahr 1924 mit 2,5 Prozent für 40 Jahre und ab Baujahr 1925 mit 2 Prozent für 50 Jahre.

Übersteigen die Renovierungskosten drei Jahre nach Erwerb 15 Prozent des Kaufpreises, werden sie steuerlich wie Anschaffungskosten behandelt und 40 beziehungsweise 50 Jahre linear abgeschrieben.

Weitere Förderungen für die Sanierung denkmalgeschützter Immobilien gibt es im Rahmen von Stadterneuerungsmaßnahmen. Manche Gemeinden gewähren direkte Zuschüsse für die Sanierung von denkmalgeschützten Immobilien. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) bietet zinsverbilligte Kredite und Investitionszuschüsse speziell für energieeffizientes Sanieren an, erste Informationen dazu finden Sie im Internet.

Fazit: erst informieren, dann kaufen

Denkmalgeschützte Gebäude sind ein hochwertiges Kulturgut, das es zu bewahren, aber auch zu nutzen gilt. Alle Fragen rund um den Kauf und die Renovierung eines Denkmals lassen sich klären, wenn Sie sich an den entsprechenden Stellen fachmännischen Rat einholen. Dann kann aus einem vermeintlich unkalkulierbaren Abenteuer ein attraktives Angebot zum Wohnen oder Arbeiten werden.

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